Eintrag #1 vom 03. Dez. 2002 21:08 Uhr
Tim Stern
Hallo,
ich schreibe gerade eine Hausarbeit über den Ursprung des Urheberrechts und bin jetzt schon mehrmals auf die Bücherflüche des Mittelalters gestoßen. Leider sind im Internet und in der juristischen Literatur eigentlich immer nur der "Sachsenspiegel" als Musterbeispiel angeführt. Darin wünscht sein Autor Eike von Repgow seinen Raubkopierern "Aussatz und Hölle".
Weiss vielleicht jemand ob solche Bücherflüche im Mittelalter üblich war ?
und ob solche Flüche geglaubt wurde oder ob es eher ein frommer Wunsch war ?
Schließlich war kopieren nicht strafbar oder irre ich da ?
Viele Dank
Tim Stern
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Eintrag #2 vom 09. Dez. 2002 00:22 Uhr
Kai Nehm
zu Bücherflüchen kann ich leider wenig sagen, zum Urheberrecht dank der Diskussion um DMCA ein bisschen was.
Das Urheberrecht ist in Frankreich mit dem Verlagswesen aufgekommen und hat ursprünglich nur den Vertrieb geregelt.
Der Autor/Künstler hat genau genommen gar kaum ein Recht an seinen Werken. Er bekommt halt nur sein Geld vom Verlag.
Da diese Information aus der aktuellen Diskussion um mp3/DiVX kommt, sind Jahreszahlen schlecht zu nennen; da diese historische Entwicklung in verschiedenen Foren so beschrieben wurde, scheint etwas wahres dran zu sein.
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Eintrag #3 vom 03. Apr. 2003 14:32 Uhr
Peter Schepper
"Wer Bücher stiehlt oder ausgeliehene Bücher zurückbehält, in dessen Hand sollsich das Buch in eine reissende Schlange verwandeln. Der Schlagfluss soll ihn treffen und all seine Glieder lähmen. Laut schreiend soll er um Gnade winseln, und seine Qualen sollen nicht gelindert werden, bis er in Verwesung übergeht. Bücherwürmer sollen in seinen Eingeweiden nagen wie der Totenwurm, der niemals stirbt. Und wenn er die letzte Strafe antritt, soll ihn das Höllenfeuer verzehren auf immer."
(Inschrift in der Bibliothek des Klosters San Pedro in Barcelona; zitiert nach Alberto Manguel "Eine Geschichte des Lesens", Berlin: Verlag Volk und Welt, 1998)
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