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Eintrag #1 vom 06. Sep. 2011 11:52 Uhr Dominic (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Dominic eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ja was nu?

Hallo,
vorneweg: Suchfunktion und Google gaben mir keine Antwort.
Oft liest/hört man ja von der (Hirsch-)ledernen Bruche für Reiter, die im Sattel bequemer zu tragen sein soll, da keine scheuernden Nähte usw.
Allerdings konnte ich noch nirgends wirkliche Nachweise oder belegte Rekonstruktionsvorschläge finden. Der anschaulichste Artikel dazu steht hier:
wwwmedieval-crusader.de/Mittelalter/Reiterbruche.html
Kann irgendjemand was genaueres zu diesem Mythos sagen?
Grüße,

    Dominic

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Eintrag #2 vom 06. Sep. 2011 13:52 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Ich wüsste keinen Grund und Beleg dafür. Guck mal in "Kleidung & Waffen der Früh- und Hochgotik, 1150 - 1320" von Ulrich Lehnart, vlt. gibt er die Quelle an.
De fakto gehts und ging aber ohne, und wurde so gemacht, Darstellungen von Reitern, die offenkundig eine tuchene Unterhose tragen, gibt es, z.B. bei Villard de Honnecourt.
Ich kenne auch Reiter, die mit normaler Leinenbruch reiten, und nicht klagen. Gescheit sitzen sollte aber schon alles.
Die Nähte können auch kein Argument sein, die hats ja auch bei Leder. Ich würde behaupten, alles ne Sache des Schnittes und der Verarbeitung.
Die verlinkte Seite ist allerdings offen gesagt völlig unsinnig, da bei dem Bau dieses noch dazu spekulativen Teils Rindsleder verwendet wurde, was den ja noch nachvollziehbaren Sinn, sämisch gegerbtes, und damit weiches wie strapazierfähiges Hirschleder ob Anschmiegsamkeit zu benutzen ad absurdum führt.

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Eintrag #3 vom 06. Sep. 2011 14:46 Uhr Dominic (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Dominic eine Nachricht zu schreiben.

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Gibt es dann irgendwelche Hinweise auf besondere Schnitte für die Bruchen der Reiter oder ist von gewöhnlichen innen geschlitzten Leinenbruchen auszugehen? Wären ja schonmal ein Paar Euro, die man stattdessen für sichtbare Ausrüstung verwenden kann…
Ja das Buch hätte ich auch gern mal, aber ohne jemanden zu ermorden bekommt man es kaum noch. Beten wir für eine Neuauflage^^
Grüße

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Eintrag #4 vom 06. Sep. 2011 18:11 Uhr Fabian Griesler   Nachricht

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… gibts nicht mehr und wird nicht mehr aufgelegt. Schreib mir mal ne Mail, dann guck ich am Wochenende nach, da war ne Quelle angegeben. Die war aber auch recht vage und eine Einzelquelle.
Im Honnecourt sieht man leider von der Bruche des stürzenden Reiters nicht wirklich viel (fol 3v) was einen Rückschluss auf das Material erlauben würde.
Gruß,
Fabian

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Eintrag #5 vom 06. Sep. 2011 21:45 Uhr Kilian (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Kilian eine Nachricht zu schreiben.

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Ich bin glücklich, dann ich habe den Lehnart. ;)
Kleidung und Waffen der Früh- und Hochgothik 1150-1320 S. 43f "Zwar sind hirschlederne, mit Stoff gefütterte Reit(unter)hosen erst für die Mitte des 14. Jehrhunderts urkundlich nachgewiesen(Quellenverweis: vgl. Harmand, op. cit. S.89), doch halte ich es aus prakischen Gründen [es folgt Spekulatius]
Er führt das vorher und nachher weiter aus, wer es selbst genau lesen will schreibt mir eine pm.
Desweiteren listet er auf der Tafel S.68 (Herrenkleidung 2. Hälfte 13.Jh) unkommentiert eine hirschlederne Reitunterhose.
Grüße,
Kilian

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Eintrag #6 vom 06. Sep. 2011 22:46 Uhr Dr. Nicole Schneider  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dr. Nicole Schneider eine Nachricht zu schreiben.

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Je nachdem welchen Schnitt man für die Bruche verwendet, ist letztere sehr gut zum Reiten geeignet, da sie auf der Sitzfläche und den Oberschenkeln keine Nähte hat, sondern fluffig fällt. Die Beinlinge haben ebenfalls keine störenden Nähte im Beinbereich. Das einzige, was man beim Anfertigen der Bruche berücksichtigen sollte ist, dass die Beine der Bruche lang genug sind, damit sie nicht dauernd aus den Beinlingen rutschen können. Beim Reiten ausprobiert, sehr angenehm das Ganze.
MfG
Nicole

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